Beschreibung
Das Gemälde zeigt eine junge Frau mit blassem Gesicht und hochgestecktem braunem Haar, die leicht nach vorn geneigt sitzt und ein grünes Kleid trägt, das mit der Umgebung verschmilzt. Ihre hellen Hände ruhen auf einem gelben Geländer oder einer Rückenlehne, die sich durch die Bildmitte schlängelt. Um sie herum erstreckt sich ein dichter Garten aus kleinen Blättern, durchsetzt mit orangefarbenen, ockerfarbenen und roten Blüten; in der unteren linken Ecke kauert ein weißes Kaninchen. Oben links sind die Signatur des Künstlers und das Datum 1891 zu sehen. Sitzendes Mädchen mit Kaninchen ist eine ruhige, dekorative Szene.
Das Werk stammt aus Pierre Bonnards frühen Jahren, als er der Gruppe der Nabis angehörte, junger Künstler, die die Malerei durch flächige Farben, Arabesken und eine starke Inspiration durch die dekorative Kunst und japanische Farbholzschnitte erneuern wollten. Das hochformatige, schmale Bild erinnert an die orientalischen Paneele und Paravents, die Bonnard damals so bewunderte und die ihm unter seinen Freunden den Spitznamen «Nabi japonard» einbrachten.
Die Figur scheint so in die Natur eingebettet, dass sie beinahe mit ihr verschmilzt: Das grüne Kleid, das Laub und die Blumen bilden ein einziges Geflecht aus Formen. Das weiße Kaninchen, unauffällig in einer Ecke, verleiht der Szene einen Hauch von Zärtlichkeit und Unschuld und erinnert an die Ruhe eines häuslichen Gartens. Die Szene erzählt keine Geschichte; sie vermittelt eine traumhafte, besinnliche Atmosphäre und Harmonie zwischen der Person und ihrer Umgebung.
Die vertikale Komposition wird von einer großen gelben Kurve bestimmt, die sich durch das Bild zieht und den Blick von den Händen der jungen Frau bis zum Kaninchen führt. Der Hintergrund aus sich wiederholenden Blättern erzeugt ein beinahe textilartiges Muster, vor dem sich das helle Gesicht und die warmen Farbakzente der Blumen abheben. Die Farbpalette wird von Olivgrün, Moosgrün und Gelb beherrscht und durch orangefarbene, rote und weiße Akzente belebt; das Licht ist weich und diffus, ohne ausgeprägte Schatten.
Bonnards Stil in dieser Zeit ist geprägt von seiner Vorliebe für dekorative Flächen, geschwungene Konturen und die Einbindung der Figur in das Ornament. Unsere handgemalte Ölgemälde-Reproduktion auf Leinwand bewahrt das feine Geflecht aus Blättern, die Textur des Pinselstrichs und die Harmonie aus Grün- und Gelbtönen, damit das Werk seinen ganzen poetischen Charme behält.
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