Das Wunder am Brunnen


Größe (cm): 45x35
Preis:
Verkaufspreis€165,95 EUR

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Von Hand gemalt, nicht gedruckt
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Beschreibung

Das Gemälde zeigt Das Wunder am Brunnen, eine Szene von großer erzählerischer Dichte, die Alonso Cano zugeschrieben wird. Im dunklen Inneren eines Hauses nimmt ein bärtiger, schwarz gekleideter Mann die linke Seite ein und richtet den Blick auf eine Gruppe von Frauen, jungen Leuten und Kindern, die sich um den Brunnen in der Mitte versammelt haben. Im Zentrum der Komposition wird ein Kind von mehreren Figuren gehalten und emporgehoben, während ein anderes, von hinten gesehenes Kind den Vordergrund einnimmt und eine direkte Verbindung zwischen dem Betrachter und dem Geschehen herstellt. In der unteren rechten Ecke bleibt ein Hund am Boden; im oberen Bereich unterstreichen ein Balken und ein Seil den häuslichen und funktionalen Charakter des Raums.

Das Werk stellt das bekannte Wunder des heiligen Isidor, des Bauern, dar: Der traditionellen Überlieferung zufolge fällt ein Kind in einen Brunnen, und nach dem Gebet des Heiligen steigt das Wasser, sodass es gerettet werden kann. Die männliche Figur links, die von einem kreisförmigen Umriss umgeben ist, der als Heiligenschein zu verstehen ist, lenkt die religiöse Deutung der Szene. Der heilige Isidor wird traditionell mit Madrid und einer Verehrung in Verbindung gebracht, die auf sein Leben als Bauer zurückgeht. So verwandelt Cano ein wundersames Ereignis in eine lebensnahe, konkrete Situation, die sich zwischen schlichten Wänden, alltäglichen Gebrauchsgegenständen und einer angesichts der Gefahr versammelten Gemeinschaft abspielt.

Der Brunnen bildet den materiellen und symbolischen Mittelpunkt der Komposition. Um ihn herum bündeln sich Gesten, Blicke und die Bewegung der Körper, während das emporgehobene Kind den entscheidenden Augenblick der Rettung verkörpert. Der Heiligenschein hebt den Heiligen innerhalb der Menschengruppe hervor, ohne ihn völlig von ihr zu trennen: Er ist am Geschehen beteiligt und übersteigt es zugleich. Das Seil, der Balken, der Boden und der Hund verankern das Wunder in einem volkstümlichen Umfeld und lassen das Außergewöhnliche aus der alltäglichen Erfahrung hervorgehen. Das helle Fenster im Hintergrund fügt der Szene angesichts des Dämmerlichts, das den Raum erfüllt, eine hoffnungsvolle Dimension hinzu und begleitet visuell das Emporheben des Kindes.

Die Bildkomposition lebt vom starken Kontrast zwischen dunklen Flächen und hellen Bereichen. Die schwarze Gestalt des Heiligen bildet ein vertikales Gegengewicht zur geschlossenen Gruppe auf der rechten Seite, während weiße, rosafarbene, ockerfarbene und rötliche Stoffe innerhalb des Schattens farbliche Akzente setzen. Das zentrale Fenster eröffnet eine Tiefenwirkung und lenkt den Blick auf den Bereich, in dem das Kind gehalten wird. Die dichte, vertikale Komposition schränkt den verfügbaren Raum ein, verstärkt die körperliche Nähe der Figuren und macht jede Geste zu einem Glied in einer Kette der Aufmerksamkeit. Vom Kind im Vordergrund steigt der Blick zum Brunnen auf und erreicht schließlich die heilige Gestalt.

Die Szene entspricht mit ihrer konzentrierten Erzählweise, der zurückhaltenden Palette, der kontrastreichen Beleuchtung und dem ausdrucksstarken Figurenensemble der spanischen Barockmalerei Alonso Canos. Der Künstler gestaltet eine fromme Episode durch klare Beziehungen von Licht, Maßstab und Gestik: Das Halbdunkel macht die Spannung des Augenblicks greifbar, während der Lichtschein im Hintergrund einen visuellen und spirituellen Ausweg eröffnet. Die Nähe der Körper und die Enge des Innenraums verstärken die Dringlichkeit der Rettung; zugleich strukturieren der Heiligenschein und das Licht eine Deutung als Ausdruck göttlicher Fürsorge. Bei der Betrachtung lohnt es sich, dem Weg zu folgen, der das Kind, den Brunnen und den heiligen Isidor verbindet: Auf diesem Weg wird ein häuslicher Raum zum Schauplatz der Hoffnung.

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