Der Sturz des Simon Magus


Größe (cm): 45x65
Preis:
Verkaufspreis£186 GBP

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Beschreibung

Das Gemälde zeigt eine dichte, theatralische antike Szene, in der sich eine Menschenmenge um einen großen weißen Stier versammelt. Das Tier nimmt die untere Mitte ein und zieht die Blicke auf sich, umgeben von sitzenden, knienden oder gebeugten Männern in Rüstungen, Helmen, Federkopfschmuck und zeremoniellen Gewändern. Links erhebt sich neben einem verzierten Bauwerk eine monumentale Gestalt im Schatten, während im Hintergrund Bäume, Steingebäude, Säulen, Treppen und ein skulptiertes Relief zu sehen sind. Über der Architektur setzt eine kleine schwebende Gestalt einen übernatürlichen Akzent.

Der Titel verweist auf die christliche Überlieferung vom Sturz des Simon Magus, des Magiers aus Samaria, der in der Apostelgeschichteerwähnt wird. Der späteren legendären Überlieferung zufolge versuchte Simon, übernatürliche Kräfte zu beweisen, indem er sich in die Lüfte erhob. Er stürzte ab, als das Gebet des heiligen Petrus sein Wunder vereitelte. Die Episode stellt die Zurschaustellung magischer Macht der apostolischen Autorität gegenüber. Die Menschenmenge und die monumentale Architektur verorten diese Auseinandersetzung im öffentlichen Raum – als außergewöhnliches Ereignis, das eine ganze Gemeinschaft miterlebt.

Die kleine geflügelte oder schwebende Gestalt über den Gebäuden verweist auf den Versuch des Aufstiegs und den Sturz, der dem Werk seinen Namen gibt. Der helle Stier bildet den großen rituellen und visuellen Mittelpunkt der Komposition: Seine Präsenz erinnert an eine Zeremonie oder ein Opfer und erweitert die Erzählung zu einer umfassenderen Darstellung der Antike. Es handelt sich nicht nur um einen erzählerischen Hintergrund, sondern um eine Szene, in der Übernatürliches, zeremonieller Pomp und gespannte Erwartung gemeinsam auf ein Tier von nahezu monumentalen Ausmaßen ausgerichtet sind. Die unterschiedlichen Haltungen der Anwesenden bilden eine Kette aus Blicken, Gesten und Reaktionen auf das Wunder.

Die Komposition im Querformat ist durch einen ausgeprägten Größenkontrast geprägt. Der Stier beherrscht den Vordergrund, die Menschenmenge staffelt sich hinter seinem Körper, und der Blick wandert hinauf zum zentralen Baum, zur schwebenden Gestalt und zum beleuchteten Gebäude auf der rechten Seite. Braun-, Ocker- und Sepiatöne verdichten den Raum; unterbrochen werden sie vom Cremeweiß des Tieres, den bläulichen Grautönen einiger Kleidungsstücke und dezenten rötlichen Akzenten. Die dunklen Flächen am linken Rand bilden einen Ausgleich zur hellen Architektur im Hintergrund, während das warme Licht Körper, Steine und Reliefs hervorhebt. So entsteht ein bewegter, feierlicher und bühnenhafter visueller Rhythmus.

Das Werk steht in Verbindung mit der bekannten Vorliebe von Leonaert Bramer für historische und biblische Szenen in antikem Ambiente, für bunt gemischte Menschenmengen und für dramatische Licht- und Farbeffekte. Sein Interesse entfaltet sich hier in einer Darstellung, in der das religiöse Ereignis die Dimension eines städtischen Schauspiels annimmt: Der Stier bildet den materiellen Mittelpunkt, die Architektur verleiht der Szene historische Tiefe und Autorität, und die schwebende Gestalt bündelt ihre legendäre Dimension. Die Stärke des Gemäldes liegt in dieser Überlagerung von Bildebenen, von der irdischen Zeremonie bis zum übernatürlichen Scheitern, das sich über ihr abzeichnet.

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