Allegorie des Gehörs


Größe (cm): 50x50
Preis:
Verkaufspreis£169 GBP

Beschreibung

Das Gemälde zeigt eine musikalische Zusammenkunft von sieben elegant gekleideten Figuren, die um einen mit einem dunkelgrünen Tuch bedeckten Tisch angeordnet sind. Ganz links steht eine Figur mit schwarzem Hut neben einer aufrecht stehenden Harfe; davor spielt ein weiterer Musiker ein großes Zupfinstrument. Im oberen linken Bereich hält eine rot gekleidete Figur ein Streichinstrument, während in der Mitte mehrere Personen mit weiteren Saiteninstrumenten musizieren. Eine Frau in einem goldenen Kleid streckt die Hand über den Tisch, und rechts hebt eine stehende Figur einen Becher. Die aufgeschlagenen Notenblätter im Vordergrund und die Papiere auf dem Tisch vervollständigen die dichte, warme und theatralische Innenraumszene.

Das Werk ist als Allegorie des Gehörs angelegt, eines der Sinne, die traditionell durch Musiker, Instrumente und Szenen des Musizierens dargestellt werden. In der westlichen Tradition der Allegorien der fünf Sinne bietet die Musik eine unmittelbare Möglichkeit, eine Erfahrung sichtbar zu machen, die sich nicht beobachten lässt: das Hören. Die Szene ist hier nicht von einer einzelnen personifizierten Figur geprägt, sondern von der Zusammenkunft der Musiker, Instrumente und Notenblätter. So wird das Musizieren zum zentralen Thema der Komposition, während der erhobene Becher und die Anordnung der Figuren eine festliche und gesellige Stimmung erzeugen.

Die Harfe, das Streichinstrument, die Zupfinstrumente und die Blätter mit musikalischer Notation dienen als Attribute der Musik und des Hörsinns. Ihre Anordnung um den Tisch macht die Gegenstände der Zusammenkunft zu Zeichen einer gemeinsamen Erfahrung. Die Hände, die die Instrumente halten und zupfen, schaffen einen Rhythmus miteinander verbundener Handlungen, und die zur Tischmitte geneigte Frau beteiligt sich am Austausch von Blicken, Gesten und vorgestellten Klängen. Der erhobene Becher verleiht der Szene eine gesellige Note und erweitert die Allegorie vom Musizieren hin zum gemeinsamen Vergnügen am Zuhören und Mitwirken.

Die horizontale Komposition ist als halbkreisförmiger Streifen angelegt, mit den Figuren um die Mitte gruppiert und den Instrumenten, die den Blick von links nach rechts führen. Die große Harfe setzt am Bildrand eine vertikale Linie, während die Instrumentenhälse, Arme und Diagonalen der Notenblätter ein Geflecht aus Blickrichtungen schaffen, das die gesamte Gruppe zusammenhält. Das tiefe Schwarz und Braun des Innenraums lässt die Rot-, Olivgrün-, Gold- und Cremetöne der Gewänder leuchtend hervortreten. Das warme Licht konzentriert sich auf Gesichter, Hände, Stoffe und Instrumente, während der dunkle Hintergrund den Raum verdichtet, bis die Gruppe aus dem Halbdunkel hervorzugehen scheint.

In diesem Werk von Jan Van Bijlert zeigt sich die Nähe zur Utrechter Caravaggistenmalerei: intensive Hell-Dunkel-Kontraste, gezielte Beleuchtung und Figuren von starker theatralischer Präsenz. Die Dramatik entsteht nicht durch eine gewaltsame Handlung, sondern dadurch, wie das Licht die wesentlichen Elemente einer vertraulichen Szene hervorhebt. Die Allegorie entsteht aus dem Zusammenspiel von Thema und Form: Das Gehör zeigt sich in den Instrumenten und Notenblättern, aber auch in der konzentrierten Aufmerksamkeit der Figuren und im visuellen Rhythmus ihrer Hände. Jeder musikalische Gegenstand führt die Blickrichtung weiter und lässt die Zusammenkunft zu einem imaginierten Klangerlebnis werden.

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