Reliquien-Tabernakel


Größe (cm): 45x30
Preis:
VerkaufspreisCHF 142.00

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Von Hand gemalt, nicht gedruckt
Ein professioneller Künstler malt es in Öl auf Leinwand, Pinselstrich für Pinselstrich.

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Beschreibung

Das Gemälde zeigt einen Reliquien-Tabernakel, der als kleines visuelles Heiligtum konzipiert ist und in dessen vergoldeter Architektur mehrere Andachtsszenen angeordnet sind. In der Mitte erhebt sich eine weibliche Figur in Hellblau und Weiß, umgeben von einem großen Hof aus Figuren mit Heiligenscheinen und Flügeln. Einige halten Saiteninstrumente, als begleiteten sie eine himmlische Feier. Über ihr zeigt ein blaues, dreieckiges Feld eine heilige Figur, die schwebt oder sitzt und von geflügelten, leuchtenden Formen umgeben ist. Im unteren Register versammelt sich eine Gruppe von Figuren in roten, grünen, blauen und goldenen Gewändern um eine auf einem verzierten Bett oder Sarkophag liegende Gestalt. Das Ensemble wird von einem dreieckigen Giebel, gedrehten Säulen, Gesimsen und symmetrischem Pflanzenschmuck eingefasst.

Die Struktur verweist auf die christliche Verwendung von Tabernakeln als liturgische Rahmen zur Verwahrung oder Präsentation heiliger Bilder und Gegenstände. Der Begriff Reliquiar verleiht dem Werk eine zeremonielle Dimension: Es handelt sich nicht nur um ein erzählendes Gemälde, sondern um ein Objekt, dessen goldene Präsenz den Blick auf sich zieht und die Verehrung begleitet. Die zentrale Figur mit ihren marianischen Farben und ihrer dominanten Position legt eine himmlische und möglicherweise marianische Deutung nahe. Die untere Szene zeigt ein Ereignis des heiligen Todes, des Entschlafens, des Übergangs oder der rituellen Trauer, eingebettet in ein vertikales Bildprogramm, das das irdische Leben mit dem übernatürlichen Bereich verbindet.

Die Heiligenscheine machen fast alle Figuren zu Mitgliedern einer heiligen Gemeinschaft, während die Flügel und Musikinstrumente an eine Engelsliturgie denken lassen. Die Musik ist kein beiläufiges Detail: Ihr visueller Rhythmus verbindet die seitlichen Figuren und führt die Szene zum oberen Dreieck hinauf. Der liegende Körper bildet einen Kontrapunkt aus Ruhe und Verehrung; die Gesten der Figuren lenken den Blick auf die Mitte des Lagers. Das Gold verstärkt den Eindruck heiliger Gegenwart und macht pflanzliche Ornamente, Säulen und Gesimse zu einem aktiven Teil der Bedeutung, als nähme der gesamte Rahmen an der Zeremonie teil.

Die Komposition ist durch eine strenge Vertikalität und eine sorgfältig abgestufte Symmetrie geprägt. Das obere Dreieck bildet den geometrischen Höhepunkt, die weibliche Figur nimmt die Hauptachse ein und das untere Register erstreckt die Szene horizontal, um einen zweiten erzählerischen Schwerpunkt zu schaffen. Die tiefen Blautöne des Hintergrunds und die hellen Blautöne der Gewänder stehen im Kontrast zum vorherrschenden Gold, während Rot-, Grün- und Rosatöne farbliche Akzente in der Menschenmenge setzen. Die gewundenen Säulen erzeugen eine aufsteigende Bewegung, die dem Figurengedränge entgegenwirkt und den Blick vom Lager zur oberen Erscheinung führt. Die Wiederholung von Heiligenscheinen, Gesichtern, Flügeln und Instrumenten erzeugt in einem Raum mit begrenzter Tiefenwirkung einen beinahe musikalischen Rhythmus.

Im Katalog Fra Angelico zugeschrieben, lässt sich das Ensemble vor allem als gemaltes Heiligtum im Miniaturformat würdigen. Das Gemälde trennt Architektur, Bild und Ornament nicht voneinander, sondern fügt sie zu einem einzigen zeremoniellen Erlebnis zusammen, in dem jede Bildzone die vorherige erweitert. Besonders zu beachten ist, wie die zentrale Figur die Blicke der Musiker und der unteren Figuren lenkt und wie das Gold eine heilige Geschichte in ein Objekt von greifbarer Präsenz verwandelt. So entsteht eine Komposition, in der sich die Andacht zugleich durch die Erzählung, die vertikale Hierarchie, die Farbgebung und den materiellen Reichtum des Rahmens entfaltet.

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