Die Geburt der Jungfrau Maria


Größe (cm): 45x45
Preis:
VerkaufspreisCHF 170.00

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Von Hand gemalt, nicht gedruckt
Ein professioneller Künstler malt es in Öl auf Leinwand, Pinselstrich für Pinselstrich.

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Beschreibung

Das Gemälde zeigt Die Geburt der Jungfrau Maria als weitläufige, dicht bevölkerte häusliche Szene. Auf der rechten Seite ruht die heilige Anna auf einem erhöhten Bett, umgeben von tiefroten Vorhängen und hellen Textilien, während sich mehrere Frauen um den Raum und die Babys kümmern. Im Vordergrund hält eine Frau ein in Weiß gewickeltes Baby; eine weitere Frau sitzt neben dem Bett und hält ein zweites Kind. Links bringt ein bärtiger Mann mit Hut und Stock eine männliche Gestalt in die Erzählung ein. Der Innenraum setzt sich in einem Korridor mit Türen und Schwellen fort. Dort stehen ein dunkles Möbelstück mit Gefäßen, eine hängende Lampe und eine Tafel mit hebräischer Schrift; zwei kleine Nagetiere laufen über den Schachbrettboden.

Die Episode gehört zum Erzählzyklus aus dem Leben der Jungfrau Maria und schildert die Geburt Marias, der künftigen Mutter Jesu. Der christlichen Überlieferung zufolge wird Anna nach der Geburt im familiären Umfeld von Frauen versorgt, während das Neugeborene umsorgt und in das Haus aufgenommen wird. Joachim, nach dieser Überlieferung Marias Vater, ist in der männlichen Gestalt im linken Vordergrund zu erkennen. So macht das Gemälde aus einem religiösen Ereignis eine Alltagserfahrung: Die Geburt wird durch fürsorgliche Gesten, Gebrauchsgegenstände, miteinander verbundene Räume und eine Familie erzählt, die diesen Moment gemeinsam erlebt.

Die Ikonografie konzentriert sich auf die Fürsorge. Das gewickelte Baby, die Hände, die es halten, das Himmelbett sowie die Gefäße und Textilien bilden ein visuelles Geflecht rund um Mutterschaft und häusliche Fürsorge. Die roten Vorhänge setzen einen farblichen und zeremoniellen Akzent und heben Annas Platz innerhalb der Komposition hervor. Die beschriftete Tafel und die ordentlich auf dem Möbelstück angeordneten Gegenstände verleihen dem Innenraum eine kulturelle und rituelle Dimension, während die Nagetiere einen Hauch gewöhnlichen Lebens einbringen und das Heilige dem Greifbaren näherbringen. Die bärtige Gestalt und der Korridor erweitern die Szene über das unmittelbare Geburtsgeschehen hinaus, als nähme das ganze Haus an der Erzählung teil.

Die Komposition ist durch eine Architektur von großer räumlicher Tiefe geprägt. Die dunklen Balken lenken den Blick zur Mitte, und die offene Tür schafft eine Folge von Bildebenen, die den Vordergrund mit den Figuren im Hintergrund verbindet. Der Schachbrettboden verstärkt die Perspektive und bildet einen Kontrast zu den textilen Oberflächen von Bett und Teppich. Das gedämpfte Licht verteilt sich auf Schattenbereiche, tiefes Rot, Ocker, Creme und bläuliche Grautöne, sodass jede Figurengruppe ihre Eigenständigkeit bewahrt, ohne die Einheit des Innenraums zu stören. Der Blick wandert von dem Mann am linken Bildrand über die Frau mit dem Baby bis zum Bett, dem erzählerischen und farblichen Mittelpunkt des Werks.

In dieser Gestaltung zeigt sich eine charakteristische Qualität Vittore Carpaccios: Die figurative Erzählkunst der venezianischen Renaissancemalerei entfaltet sich durch detailreiche architektonische Kulissen, reiche Farben und die genaue Beobachtung des Alltags. Die Fülle der Elemente lenkt nicht vom Thema ab; vielmehr macht sie sichtbar, wie sich eine Episode aus dem Marienleben in konkreten Handlungen der Fürsorge ausdrückt. Das Zusammenspiel von Bett, Möbelstück und Korridor verwandelt den Raum in eine erzählerische Abfolge, in der das Heilige in die gesamte Textur des häuslichen Lebens eingebunden ist.

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